Der chinesische Autobauer Changan Automobile hat angekündigt, vor Ende des dritten Quartals 2026 erste Probemontagen einer All‑Solid‑State‑Batterie durchzuführen, die nach chinesischem CLTC‑Standard über 1.500 km Reichweite liefern soll. Das wäre die höchste real angekündigte Reichweite eines E‑Autos weltweit.
CLTC (China Light‑duty vehicle Test Cycle) ist der chinesische Standard zur Messung von Verbrauch und Reichweite. Er ist im Vergleich zum europäischen WLTP etwa 25–30 % optimistischer, weil das Fahrprofil weniger Hochgeschwindigkeitsanteile enthält. 1.500 km CLTC entsprechen also etwa 1.100–1.200 km WLTP — was sich mit dem Mercedes‑EQS‑Test (745 Meilen ≈ 1.200 km) deckt.
China hat in den letzten 15 Jahren die globale Lieferkette für Lithium‑Batterien aufgebaut: Bergbau, Raffinerie, Zellfertigung, Recycling. CATL, BYD, GBT, EVE Energy, CALB, Gotion — die zehn größten Zellhersteller sind alle chinesisch. Der Heimatmarkt ist zugleich Testlabor: über 30 Millionen E‑Autos sind in China unterwegs.
Europäische Zellfabriken (Northvolt war der prominenteste Versuch) hatten 2024/25 erhebliche Schwierigkeiten. Verve, ACC, Power Co (VW) und PowerCell skalieren mühsam. Chinesische Hersteller bauen währenddessen Werke in Ungarn (CATL), Spanien (CATL/Stellantis), Frankreich (CATL) und Deutschland (CATL Erfurt).
Die strategische Herausforderung für Europa: nicht abhängig von einem einzigen Lieferland werden — bei gleichzeitigem Bedarf, billige Zellen schnell verfügbar zu haben.
"Die Reichweitenrekorde aus China sind nicht nur PR. Sie zeigen, wie schnell sich die Industriegeographie der nächsten Auto‑Generation verschiebt."
Changan plant ab 2027 erste Marken‑Exporte mit Festkörperzellen. Modelle der Marken Avatr und Deepal sind im Gespräch. Bis dahin werden wir in Europa eher die schrittweise Verbesserung sehen — z. B. semi‑Solid‑State von Stellantis, dann ab 2027/28 die ersten All‑Solid‑State‑Modelle.
Mehr direkt bei changan.com.cn