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msm FortschrittsberichtProgress report
msm/Bildung mit KIAI in education/Trendmonitor KI 2026
Bildung · Deutschland · September 2026

77 statt 44 — deutsche KI-Tools für Schulen wachsen schnell.

This article is currently available in German only — an English version will follow. Der Text liegt bisher nur auf Deutsch vor.

Zusammenfassung

Am 23. September 2026 hat die Deutsche Telekom Stiftung ihren jährlichen Trendmonitor KI in der Bildung veröffentlicht. Zentrales Ergebnis: Die Zahl deutscher KI-Anwendungen für Schulen ist binnen eines Jahres von 44 auf 77 gestiegen, während US-Anbieter mit 104 von insgesamt 258 erfassten Anwendungen weiterhin gut ein Drittel des Marktes stellen. Zugleich zeigt die Befragung, dass 57 Prozent der Lehrkräfte, die KI regelmäßig nutzen, sich bei der praktischen Anwendung unsicher fühlen — der Philologenverband DPhV forderte am selben Tag verbindliche Fortbildungszeit und Rechtssicherheit.

Was ist passiert?

Der Trendmonitor erscheint jährlich und bildet die Entwicklung von KI-Werkzeugen im deutschen Schulwesen ab — von Tools für Unterrichtsvorbereitung bis zu adaptiven Lernplattformen. Für 2026 zählt die Stiftung insgesamt 258 KI-Anwendungen, die im deutschen Bildungsmarkt aktiv beworben oder eingesetzt werden. Der auffälligste Befund: Deutsche Anbieter haben in einem Jahr fast 75 Prozent mehr Anwendungen auf den Markt gebracht — von 44 auf 77. US-amerikanische Anbieter bleiben mit 104 Anwendungen trotzdem die größte einzelne Herkunftsgruppe.

Auf der Nutzerseite zeigt sich ein zwiespältiges Bild: Lehrkräfte, die KI-Anwendungen regelmäßig einsetzen, erwarten vor allem Entlastung bei Unterrichtsvorbereitung und Materialerstellung. Gleichzeitig geben 57 Prozent an, sich bei der Umsetzung unsicher zu fühlen, und rund 64 Prozent fühlen sich über die rechtlichen Rahmenbedingungen „schlecht" oder „sehr schlecht" informiert. Als neues, im Vergleich zum Vorjahr deutlich verschärftes Risiko benennt die Studie den möglichen Kompetenzverlust durch KI-Nutzung — sowohl bei Lernenden als auch bei Lehrkräften selbst.

Warum das eine konstruktive Entwicklung ist

  • Wachsende europäische Alternative. Ein Anstieg von 44 auf 77 deutsche Anwendungen innerhalb eines Jahres zeigt, dass sich abseits der großen US-Plattformen ein eigenständiges, datenschutzorientiertes Angebot entwickelt — ein Gegengewicht zur Abhängigkeit von wenigen Marktführern.
  • Ehrliche Fehlerkultur statt Hype. Dass die Studie den Kompetenzverlust offen als wachsendes Risiko benennt, statt KI unkritisch zu bewerben, ist die Voraussetzung dafür, dass Schulen die Technologie verantwortungsvoll einführen können.
  • Konkrete Forderungen statt Ratlosigkeit. Der DPhV liefert mit echter Freistellungszeit für Fortbildung, klaren rechtlichen Leitplanken und dem Erhalt der pädagogischen Letztverantwortung eine Agenda, an der sich Landesministerien messen lassen können.

Der deutsche Markt wächst — die USA bleiben führend

KI-Anwendungen für Schulen nach Herkunft
Anzahl erfasster Anwendungen · Quelle: Deutsche Telekom Stiftung, Trendmonitor 2026
77
deutsche KI-Schulanwendungen 2026 — 2025 waren es 44
57%
der KI-nutzenden Lehrkräfte fühlen sich bei der Anwendung unsicher
258
insgesamt erfasste KI-Anwendungen für den Schulbereich

Was bleibt offen?

Die Studie macht deutlich, dass die Marktverfügbarkeit allein nichts über die tatsächliche Nutzung an Schulen aussagt — 77 deutsche Anwendungen bedeuten nicht automatisch 77 gut integrierte Lösungen im Unterricht. Auch bleibt offen, wie die vom DPhV geforderte „echte" Freistellung für Fortbildung — also ohne zusätzliche Arbeitsbelastung — in den ohnehin angespannten Stundenplänen der Bundesländer konkret umgesetzt werden soll.

„Der Einsatz von KI darf die fachliche Substanz schulischer Bildung nicht aushöhlen."

Als nächstes dürfte sich zeigen, ob einzelne Bundesländer die Forderungen nach verbindlicher Rechtssicherheit und geförderten europäischen KI-Lösungen in konkrete Beschaffungsentscheidungen übersetzen — oder ob der Trendmonitor 2027 dieselben Forderungen erneut wiederholen muss.

Original-Quellen

Mehr lesen direkt bei der Deutsche Telekom Stiftung: telekom-stiftung.de

Quellen

  1. Deutscher Philologenverband (DPhV) — Trendmonitor KI in der Bildung 2026: DPhV fordert Klarheit, 23. September 2026: dphv.de
  2. Deutsche Telekom Stiftung — Trendmonitor KI in der Bildung: telekom-stiftung.de
  3. verbaende.com — Trendmonitor KI in der Bildung 2026: Einsatz von KI darf fachliche Substanz schulischer Bildung nicht aushöhlen: verbaende.com
  4. Hessischer Philologenverband — Trendmonitor KI in der Bildung 2026: hphv.de