Eine personalisierte mRNA‑Impfung, entwickelt vom Memorial Sloan Kettering Cancer Center in Zusammenarbeit mit BioNTech, hat bei Patient:innen mit Bauchspeicheldrüsenkrebs (PDAC) eine Immunantwort ausgelöst, die noch fast vier Jahre nach Behandlung messbar war. Pankreaskrebs gehört zu den tödlichsten Krebsarten überhaupt — nur 12 % der Patient:innen leben fünf Jahre nach Diagnose.
Bauchspeicheldrüsenkrebs wird oft erst spät diagnostiziert, weil er lange keine Symptome macht. Wenn er entdeckt wird, hat er meist bereits gestreut. Klassische Therapien — Chemotherapie, Bestrahlung, Operation — sind hier nur begrenzt wirksam. Die Tumormikroumgebung ist immunologisch "kalt": das Immunsystem erkennt den Tumor nicht.
Genau hier setzt die mRNA‑Impfung an: Sie macht den Tumor für das Immunsystem sichtbar.
16 Patient:innen, die nach Tumor‑OP keine andere Standardtherapie mehr hatten, bekamen die personalisierte mRNA‑Impfung BNT122. Bei der Hälfte der Patient:innen entwickelte das Immunsystem starke T‑Zell‑Antworten gegen den eigenen Tumor. Bei diesen "Respondern" trat nach 18 Monaten kein Rückfall auf — bei den Non‑Respondern hingegen bei 75 %.
Was die Studie 2025 besonders machte: das Follow‑up zeigte, dass die T‑Zell‑Antwort bei den Respondern auch fast vier Jahre später noch stark war. Das ist ein deutliches Indiz, dass der Impfschutz langlebig sein könnte.
Pankreaskrebs galt bisher als "Therapie‑Friedhof" — fast nichts wirkt. Diese Daten sind der erste Hinweis seit Jahrzehnten, dass die Krankheit eines Tages effektiv behandelbar sein könnte. Wenn die Phase‑III‑Studien (laufen seit 2024) die Ergebnisse bestätigen, wäre die mRNA‑Impfung ab 2027/28 eine Standardoption — zunächst nach Operation, später möglicherweise als Erstlinientherapie.
"Wir haben jahrzehntelang gegen Pankreaskrebs verloren. Diese Daten geben den ersten ernsthaften Hoffnungsanker seit langer Zeit."
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